Igel im Garten

Wenn sogenannte Mäh-Roboter zum Einsatz kommen, wird es für unsere Gartenbewohner gefährlich. Vor allem kleinere Wildtierarten durchforsten Rasenflächen, auf der Suche nach Insekten und Würmer.

Geräte wie diese lassen sich in der Regel unkompliziert bedienen und bewegen sich flüsterleise über die Rasenoberfläche. Meist jedoch ohne Rücksicht auf bodenlebende Tierarten. Trotz der Warnung des Herstellers, das Gerät niemals unbeaufsichtigt zu lassen, surren die Roboter zu jeder Tages- und Nachtzeit über den Rasen. In einigen Gerätebeschreibungen wird sogar darauf hingewiesen, dass Tiere – aufgrund der besonderen Sensorik – während der Mahd geschützt werden.

Immer wieder kommt es jedoch zu schrecklichen Fällen von Verstümmelung.

Besonders gefährdet sind hierbei auch kleinere Tierarten, so wie Mäuse, Kröten und auch Blindschleichen. Sie werden von dem leisen Mäh-Roboter völlig überrascht und regelrecht zerfetzt.

Wie beispielsweise ein Igel nach der Begegnung mit solch einem Gerät aussehen kann, das wissen Igelstationen nur zu genau. Die Tierschützer sind machtlos, denn in den meisten Fällen müssen die Tiere eingeschläfert werden. Wie viele Tiere jedoch unentdeckt bleiben, die beim Mähvorgang verletzt wurden, ist demnach unklar.

Gärten aus dem Designerkatalog sind heutzutage das Must Have deutscher Hausbesitzer.
Wir ersetzen vielfältige Pflanzenwelten durch Monokulturen und erleichtern uns die Gartenarbeit mit modernen Gerätschaften, die wir noch nicht einmal selbst bedienen müssen. Ein Merkmal unserer heutigen Schnelllebigkeit auf Kosten unserer Wildtiere?

Da der Igel als Kulturfolger nicht sehr wählerisch ist was seine Umgebung angeht, trifft man ihn stetig in dicht besiedelten Wohngebieten an. Er hat sich an das simultane Leben mit den Menschen angepasst. Zur Dämmerung wird der Igel erst richtig aktiv und durchforstet die Gärten, auf der Suche nach Insekten und Regenwürmer. Zwischen Frühjahr und Sommer kümmert er sich liebevoll um seinen Nachwuchs und gegen Winteranfang geht er mit dem zunehmenden Frost schließlich in den Winterschlaf.

Die Deutsche Wildtierstiftung, der LBV sowie aktive Tierschützer, sind um die Erhaltung des Igels besorgt und warnen gleichzeitig vor dem Verlust naturnaher Gärten.

Was Sie als Gartenbesitzer tun können, um zum Schutz unserer Wildtiere beizutragen:

  • Verzichten Sie auf Gartengeräte, die sich in einer automatisierten Funktion fortbewegen können
  • Achten Sie auf Artenreichtum in Ihrem Garten
  • Bevor Sie Ihren Rasen mähen, laufen Sie die Fläche vorher ab und achten Sie besonders auf Jungtiere
  • Falls Sie Jungtiere auffinden, stülpen Sie eine luftdurchlässige Kiste oder Ähnliches, über die Tiere und lassen Sie diese Fläche beim Mähen aus. Nach der Mahd entfernen Sie die Kiste.
  • Wenn Sie sich unsicher sind, kontaktieren Sie eine Wildtierstation und lassen Sie sich beraten.
  • Unfälle können immer passieren. Falls Sie ein verletztes Tier entdecken, bitte rufen Sie bei Ihrem örtlichen Tierschutzverein, der Tierrettung oder der Polizei an.
    Gegebenenfalls können Sie das Tier selbst zu einem Tierarzt bringen.
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